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Inhaltsverzeichnis des Buches

Vorwort 9
Einleitung 11

Teil I: Theoretische und empirische Grundlagen 15
1. Laufbahnberatung heute und morgen: neue Aufgaben, neue Modelle 17
1.1 Megatrends verändern unsere Biografien 17

Megatrend I: Zunehmende Lebenserwartung 19
Megatrend II: Lebenslang lernen 20
Megatrend III: Der Zwang zur Autonomie – Eigeninitiative als Schlüsselkompetenz 23
Megatrend IV: Normalbiografie als Ausnahme 24

1.2 Modelle der Berufswahl und der beruflichen Entwicklung 26

Das Modell der erfolgreichen Berufswahl von Holland 26
Das Modell der Laufbahnentwicklung von Super 28
Das dynamische Modell der Lebensplanung in Beruf und Privatleben von Abele 30
Die integrativ-kontrolltheoretische Sicht: berufliche Entwicklung als Interaktion von Person und Umwelt 31

1.3 Integrative Laufbahnberatung als Perspektive 34

2. Was heißt beruflicher und persönlicher Erfolg? 39
2.1 Erfolg als beruflicher Aufstieg, hohes Einkommen und Prestige 41
2.2 Erfolg als Sinn stiftende und befriedigende Berufstätigkeit 41
2.3 Erfolg als hohe Arbeits- und Lebensqualität 43
2.4 Erfolg als Employability 44
2.5 Berufliche Autonomie als Entwicklungsziel 46

3. Laufbahnberatung als Diagnostik zur Förderung personenbezogener Entwicklungsprozesse 49
3.1 Was heißt Entwicklungsdiagnostik? 49

Beurteilung als Alltagsdiagnostik 50
Beurteilung als Quasidiagnostik 50
Beurteilung als wissenschaftliche Diagnostik 52

3.2 Diagnostik zwischen Auslese und Förderung von Personen 52

Personalauswahl 53
Personalbeurteilung 53
Personalentwicklung 54

3.3 Selbstevaluation und Fremdevaluation 54

Selbstevaluation 55
Fremdevaluation 56

3.4 Entwicklungsaufgaben von Klienten als diagnostische Herausforderung für Laufbahnberatung 58

Fragebögen und Inventare 58
Strukturierte Interviews 59
Psychometrische Tests 59
Assessment Center 60



Teil II: Angebote zur Laufbahnberatung für unterschiedliche Entwicklungsaufgaben und Personengruppen 61
4. Potenzialanalyse zur Ausbildungs- und Berufsorientierung 63
4.1 Ausgangspunkte und Rahmenbedingungen 63
4.2 Potenzialanalyse 65

Berufswahlfragebögen 66
Intelligenztests 68
Berufsbezogene Persönlichkeitstests 69
Fazit 71

4.3 Angebote zur gezielten Vorbereitung auf Studium und Beruf 71

Das Beispiel „Vorstudium Medizin“ 71
Was kostet und was bringt ein Vorstudium? 72

4.4 Literaturhinweise und Links 74

5. Vorbereitung auf Tests und Auswahlgespräche 75
5.1 Wie funktioniert die Auswahl für einen Studien- oder Ausbildungsplatz? 75
5.2 Vorbereitung auf Studierfähigkeitstests 78

Was leisten Studierfähigkeitstests, und wie sind sie aufgebaut? 78
Das Beispiel TMS/EMS: Test für medizinische Studiengänge 78
Das Beispiel GMAT: Graduate Management Admission Test 83
Wie kann man sich auf Studierfähigkeitstests vorbereiten? 84
Was kostet und was bringt ein Test-Training? 87
Chancenungleichheit durch Trainings? 88

5.3 Vorbereitung auf Auswahlinterviews 89

Beispiel 1: Auswahlgespräch zum Studienfach Psychologie 90
Beispiel 2: Auswahlgespräch zum Studienfach Humanmedizin 91
Leitsätze zur Gestaltung von Auswahlgesprächen 92

5.4 Literaturhinweise und Links 93

6. Beratung für Existenzgründer und Unternehmer 95
6.1 Die Eignung zum Existenzgründer und Unternehmer 95
6.2 Laufbahnberatung als integrative Organisationsentwicklung für Kleinunternehmen 99

Lebensziele und subjektiver Erfolg bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten 100
Längerfristige Entwicklungsgestaltung 103

6.3 Literaturhinweise und Links 105

7. Ausstieg, Umstieg, Wiedereinstieg: Tendenzen der (Out-)Placement-Beratung 107
7.1 Outplacement im Wandel 107

Was heißt Outplacement? 108
Einzel- und Gruppenoutplacement 108
Zwei Tendenzen 109

7.2 Outplacement als Win-Win-Situation? Zum Nutzen von Outplacementberatung 110

Welche Vorteile bringt Outplacement den Unternehmen? 111
Welchen Nutzen haben Arbeitnehmer durch Outplacement? 111

7.3 Ablauf einer Outplacementberatung 112
7.4 Fallbeispiele 113

Beispiel 1 113
Beispiel 2 114
Beispiel 3 114
Beispiel 4 115

7.5 Klienten und Berater 116
7.6 Marktanalyse 117
7.7 Kosten, Preise, Fördermöglichkeiten 118
7.8 Literaturhinweise und Links 120

8. Beruflich und privat erfolgreich! Wie ist das machbar? 121
8.1 Zwei Zitate 121
8.2 Forschungen zeigen: Wir können beides haben! 122
8.3 Zur Erfassung von Lebenszielen 124
8.4 Sind Glück und Lebensqualität planbar? 126

Was charakterisiert Karrierefrauen? 128
Diversity Management zur Verbesserung der Chancengleichheit in Unternehmen 130

8.5 Facetten der Work-Life-Beratung 132
8.6 Literaturhinweise und Links 133

9. Partnerschaft mit Stiftungen. Wege zur erfolgreichen Akquise von Stiftungsmitteln 135
9.1 Merkmale von Stiftungen 135

Stiftungen und Projektförderung 137
Stiftungen und Personenförderung 137
Stiftungen und institutionelle Förderung 138

9.2 Allgemeine Grundsätze zur Antragstellung 138
9.3 Durchführung einer Antragstellung 140

Erster Schritt – Präzisierung des eigenen Vorhabens 140
Zweiter Schritt – Auswahl der passenden Stiftungspartner 143
Dritter Schritt – Das Antragsanschreiben 144

9.4 Stipendien 144
9.5 Literaturhinweise und Links 146

10. Laufbahnberatung und Internet 149
10.1 Informationen im Internet 149
10.2 E-Recruiting 151
10.3 E-Learning und E-Consulting 153
10.4 Literaturhinweise und Links 154

11. Qualitätsmerkmale und Erfolgskriterien für eine gute Laufbahnberatung 155
11.1 DIN Norm zur Eignungsdiagnostik 156
11.2 Ethische Grundsätze der Psychologieverbände 157
11.3 Standards zu Coaching und Potenzialanalyse 158
11.4 Checkliste zur Qualitätsbeurteilung von Beratungsangeboten 160
11.5 Literaturhinweise und Links 161

Literaturverzeichnis 163
Internetadressen mit Kapitelverweis 173
Verzeichnis der Kästen 177
Abbildungsverzeichnis 179


Vorwort zum Band:
Hohner, H.-U. (2006) Laufbahnberatung: Wege zur erfolgreichen Berufs- und Lebensgestaltung.

Bildungs- und Beschäftigungssysteme sind einem rapiden Wandel unterworfen. Über 400 anerkannte Ausbildungsberufe, fast 4.700 Studienfächer sind in den einschlägigen Datenbanken aufgelistet. Befristete Arbeitsverhältnisse sind in Spanien bereits für fast ein Drittel der Beschäftigten Realität. In Deutschland sind dies noch keine 10 %, Tendenz steigend. Wer heute noch glaubt, lebenslang eine der Erstausbildung entsprechende Tätigkeit ausüben zu können, erliegt einer Illusion. Damit ist das Netz gespannt, in dem sich Junge ebenso wie Alte, Männer und Frauen, verfangen können. Orientierung und Entscheidung, ständige Neuausrichtung im Verlaufe der Erwerbsbiographie sind gefragt.

Was für manch einen vor 50 Jahren noch galt – das ganze Arbeitsleben in einem Betrieb zu verbringen, in dem häufig sogar bereits die Eltern oder gar schon die Großeltern beschäftigt waren, mutet an wie Industriegeschichte früherer Jahrhunderte. Selbst seinen Weg zu finden und das immer wieder im Meer der unbegrenzten Möglichkeiten (und zugleich durch die wechselhaften Verhältnisse oft geradezu extrem begrenzter Chancen) ist die Forderung der Zeit. Die so genannte „Normalbiografie“ wird – auch bzw. gerade bei Männern – immer mehr abgelöst von diskontinuierlichen und mehrgleisigen Berufsverläufen. „Employability“ heißt das Zauberwort und meint: Erhalt und Erweiterung der geistigen Fähigkeiten, Erhalt und Weiterentwicklung der fachlichen, aber auch der überfachlichen Kompetenzen mit dem Ziel einer besseren „Anschlussfähigkeit“ an wechselnde Arbeit- bzw. Auftraggeber.

Guter Rat ist teuer. Doch welcher verantwortungsbewusste Ratgeber mag vorgeben, selbst den Überblick über die Unendlichkeit der Möglichkeiten zu haben oder gar vermitteln zu können? Strategien sind gefragt, um sich zurechtzufinden und sich immer wieder neu auszurichten, Strömungen und Nischen zu erkennen, Ruhepole zu erobern und dennoch den Anschluss nicht zu verpassen.

Hans-Uwe Hohner, ein erfahrener Praktiker und engagierter Forscher zugleich, stellt sich dem Thema. Er wählt eine ganzheitliche Perspektive: Nicht (nur) die Karriere gilt es zu gestalten, sondern ein ganzes Leben – und dies immer wieder unter begrenzt vorhersehbaren Bedingungen. Im Rahmen einer solchen „integrativen“ Laufbahnberatung erscheint es geradezu unumgänglich, sich damit auseinander zusetzen, was denn eigentlich ein Kriterium für Erfolg sein könnte. Fragen nach der Sinnstiftung und Lebensqualität können nicht ausgeblendet werden.

Dem Autor gelingt es, die Relevanz guter diagnostischer Praxis für die Laufbahnberatung aufzuzeigen. Die praktisch tätige Laufbahnberaterin und der Berater, die sich häufig auch als Coach, Organisationsberater und nicht selten sogar als Psychotherapeut sehen, erhalten Grundkenntnisse in knapper Form vermittelt, verbunden mit ausführlichem Anwendungswissen bis hin zu nützlichen Tipps, Fallbeispielen, Checklisten, Web-Anschriften usw. Angesichts der Fülle des Materials ist das Buch auch für den interessierten Laien bei der Gestaltung des eigenen Berufsweges (und evtl. der Inanspruchnahme einer Laufbahnberatung) eine Hilfe. Dies gilt insbesondere z. B. durch ein ausführliches Kapitel zu Stiftungen und Stipendien, die dem qualifizierten Kunden die Perspektive eröffnet, sich zeitweise seinen Arbeitsplatz selbst zu schaffen. Vorrangig richtet sich das Buch aber an praktisch tätige Laufbahnberaterinnen und Laufbahnberater.

Der Band erscheint in der Reihe „Praxis der Arbeits- und Organisationspsychologie“. In dieser Reihe werden Bächer zu aktuellen, vielfach interdisziplinären Themenbereichen publiziert. Sie sind in erster Linie gedacht für betriebliche Funktions- und Entscheidungsträger, die psychologisches Wissen benötigen, für Personen, die in angrenzenden Gebieten der Arbeits- und Organisationspsychologie tätig sind, sowie für Studierende, die in diesem zukunftsträchtigen Bereich aktiv werden wollen. Die psychologische Perspektive hat dabei besonderes Gewicht.

Die Bände dieser Reihe behandeln neben einer wissenschaftlichen Aufarbeitung des jeweiligen Problembereichs berufspraktische Fragen. Dabei sollen mehrere Lücken geschlossen werden: Zahlreiche aktuelle und relevante – vielfach interdisziplinäre – Problembereiche aus der Arbeitswelt wurden bislang psychologisch nur unzureichend aufgearbeitet. Ferner gibt es viele Schriften, die für die Wissenschaft geeignet sind, aber nur eingeschränkten Nutzen für praktisches Handeln haben. Schließlich liegt eine Vielzahl von Büchern vor, die für Praktiker und Praktikerinnen geschrieben wurden, die aber mehr Rezeptbüchern gleichen und nur wenig Hilfe bei der Umsetzung psychologischen Wissens bieten.

In den Büchern der Reihe „Praxis der Arbeits- und Organisationspsychologie“ wird psychologisches Wissen so aufbereitet, dass zu aktuellen Themen, Fragen und Problemen in der Arbeitswelt Stellung bezogen werden kann. Eine zweifache Reflexion soll dadurch ermöglicht werden: Die Reflexion der Wissenschaft aus der Perspektive der Praxis und die Reflexion der Praxis aus der Perspektive der Wissenschaft.

Hamburg, Leipzig und Berlin im Juni 2005

Eva Bamberg, Gisela Mohr, Martina Rummel